Angesichts des großen Angebots an Netzwerk-Kameras sind Richtlinien für die Auswahl einer Netzwerk-Kamera hilfreich.

  • Definieren des Überwachungsziels: Überblick oder Detail
  • Abgedeckter Bereich
  • Innen- und Außenbereiche
  • Offene oder verdeckte Überwachung
  • Bildqualität
  • Auflösung
  • Komprimierung
  • Audio
  • Ereignisverwaltung und intelligentes Video
  • Netzwerkfunktionen
  • Offene Schnittstellen und Anwendungssoftware

Definieren des Überwachungsziels: Überblick oder Detail

Überblick-Bilder bieten einen allgemeinen Überblick über eine Szene oder die Bewegungen von Personen. Detailbilder sind wichtig für die Identifizierung von Personen oder Objekten (z. B. Gesichter, Nummernschilder oder Kassenterminals). Das Überwachungsziel bestimmt das Sichtfeld und die Position sowie die Art der erforderlichen Kamera bzw. des erforderlichen Objektivs. 

Abgedeckter Bereich

Ermitteln Sie für einen bestimmten Ort, welche Bereiche für die Überwachung relevant sind, wie viele dieser Bereiche abgedeckt sein sollen und ob die Bereiche sich nah beieinander befinden oder weit voneinander entfernt sind. Der zu überwachende Bereich bestimmt den Kameratyp und die Anzahl der erforderlichen Kameras.

  • Fest ausgerichtete oder PTZ. (Im Folgenden bezieht sich der Begriff „fest ausgerichtete Kamera“ auch auf fest ausgerichtete Dome-Kameras und der Begriff „PTZ-Kameras“ auch auf PTZ-Dome-Kameras.) Ein Bereich kann von mehreren fest ausgerichteten Kameras oder einigen wenigen PTZ-Kameras abgedeckt werden. Eine PTZ-Kamera mit einem großen optischen Zoom kann Bilder mit vielen Details liefern und einen großen Bereich überwachen. Eine PTZ-Kamera überwacht jedoch, in Abhängigkeit der jeweiligen Ausrichtung, immer nur einen Teil ihres Abdeckungsbereichs, während eine fest ausgerichtete Kamera durchgängig den gesamten Abdeckungsbereich erfasst. Um die Funktionen einer PTZ-Kamera voll nutzen zu können, ist ein Bediener erforderlich oder es muss ein automatischer „Rundgang“ eingerichtet werden.
  • Mit oder ohne Megapixeltechnologie. Wenn beispielsweise zwei relativ kleine Bereiche zu überwachen sind, die nah beieinander liegen, kann unter Umständen anstelle von zwei Nicht-Megapixel-Kameras eine Megapixel-Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv verwendet werden.

Innen- und Außenbereiche

  • Lichtempfindlichkeit und Beleuchtungsanforderungen. In Außenbereichen ist die Verwendung von Tag-/Nacht-Kameras zu empfehlen. Dabei sollte überlegt werden, welche Lichtempfindlichkeit die erforderliche Kamera haben muss und ob eine zusätzliche Beleuchtung oder spezielles Licht, z. B. ein IR-Strahler, erforderlich ist. Beachten Sie, dass Lux-Angaben von Netzwerk-Kameras verschiedener Hersteller nicht miteinander vergleichbar sind, da es keinen einheitlichen Industriestandard für die Messung der Lichtempfindlichkeit gibt.
  • Gehäuse. Wenn eine Kamera im Außenbereich oder in einer Umgebung angebracht werden soll, in der sie vor Staub, Feuchtigkeit oder Vandalismus geschützt werden muss, ist ein Gehäuse erforderlich, falls die Kamera selbst die geforderten Schutzeigenschaften nicht erfüllt.

Offene oder verdeckte Überwachung

Dies hilft bei der Auswahl von Kameras, die zusätzlich zu Gehäuse und Halterung die Möglichkeit einer auffälligen oder unauffälligen Installation bieten.

Bildqualität

Die Bildqualität ist einer der wichtigsten Aspekte einer Kamera, sie ist jedoch schwer festzulegen und zu messen. Am besten lässt sich die Bildqualität ermitteln, indem verschiedene Kameras installiert und die Videobilder miteinander verglichen werden. Wenn die Erfassung von sich bewegenden Objekten Priorität hat, ist es wichtig, dass die Netzwerk- Kamera die Technologie der progressiven Bildabtastung verwendet. 

Auflösung

In Anwendungsbereichen, in denen detaillierte Bilder benötigt werden, sind unter Umständen Megapixel-Kameras die beste Lösung. 

Komprimierung

In Netzwerk-Videoprodukten der Hersteller werden je nach Model die Videokomprimierungsstandards Motion JPEG und MPEG-4 oder H.264 unterstützt. H.264 ist der neueste Standard. Er bietet die besten Einsparmöglichkeiten bei Bandbreite und Speicherplatz. 

Audio.

Wenn Audiofunktionen benötigt werden, stellt sich die Frage, ob Ein- oder Zweiwege-Audio erforderlich ist. Netzwerk-Kameras mit Audio-Unterstützung enthalten ein integriertes Mikrofon und/oder einen Eingang für ein externes Mikrofon und einen Lautsprecher oder einen Ausgang für externe Lautsprecher.

Ereignisverwaltung und intelligentes Video

Ereignisverwaltungsfunktionen werden meist über ein Videoverwaltungsprogramm konfiguriert und von den Eingangs-/Ausgangsports und den intelligenten Videofunktionen einer Netzwerk-Kamera oder eines Video-Encoders unter stützt. Das Aufzeichnen auf der Basis von Ereignisauslösern von Eingangsports und intelligenten Videofunktionen eines Netzwerk-Videoprodukts ermöglicht Einsparungen bei der Bandbreite und dem Speicherplatz. Darüber hinaus können Bediener mehr Kameras betreuen, ohne das die Gefahr besteht, dass der Bediener durch unnötige Bildinformationen abgelenkt wird. Diese Optimierung wird ermöglicht, indem nicht alle Kameras gleichzeitig eine Livebildüberwachung durchführen, sondern nur dann, wenn ein Ereignis statt findet oder ein Alarm ausgelöst wurde.

Netzwerkfunktionen

Hierzu können Faktoren zählen wie PoE, HTTPS-Verschlüsselung zum Verschlüsseln von Videoströmen, IP-Adressfilter, die festgelegten IP-Adressen den Zugriff gewähren oder verweigern, IEEE 802.1X für die Authentifizierung über ein Netzwerk, IPv6 und WLAN-Interface.

Offene Schnittstellen und Anwendungssoftware

Ein Netzwerk-Videoprodukt mit einer offenen Schnittstelle bietet bessere Integrationsmöglichkeiten mit anderen Systemen. Außerdem ist es wichtig, dass das Produkt von einer guten Auswahl an Anwendungssoftware und Verwaltungssoftware unterstützt wird, um eine einfache Installation und Aktualisierung zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, neben dem Produkt selbst, der Hersteller des Netzwerk-Videoprodukts. Da die Anforderungen stets wachsen und sich verändern, sollte der Hersteller als Langzeit-Partner betrachtet werden können. Das heißt, es ist wichtig, einen Hersteller auszuwählen, der eine umfassende Produktlinie an Netzwerk-Videoprodukten und Zubehör anbietet und in der Lage ist, aktuelle und zukünftige Anforderungen zu erfüllen. Der Hersteller sollte zudem Innovation, Support, Aktualisierungen und einen Produktpfad für langfristige Implementierungen bieten können.